Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg):
"Anti-AKW-Telegramm" (1977 - 1981)

Materialien zur Analyse von Opposition

Von Dietmar Kesten, Gelsenkirchen, 26.7.2019


Die Datenbank MAO ist ein
vollständig selbstfinanziertes Projekt.
Unterstützen Sie uns durch:

Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (auch: "Arbeitskreis für politische Ökologie") aus Hamburg gab, laut ZDB, von 1977 bis 1981 das "Anti-AKW-Telegramm" heraus.

Zur Herausgabe hieß es in der Ausgabe 22/1980: "Das Anti-AKW-Telegramm ist eine Zeitung des 'Arbeitskreis für politische Ökologie'. Der Arbeitskreis arbeitet in der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Hamburg und dort in dem Plenum der BUU, das sich als Koordinierungstreffen autonomer Gruppen versteht. (...)

Das Telegramm ist so ein Ausdruck unserer praktischen politischen Arbeit.
Die behandelten Schwerpunkte ergeben sich aus den Auseinandersetzungen, an denen wir beteiligt sind. Dieser Anspruch drückt sich auch in der Herstellung des Telegramms aus. Es gibt keine feste Redaktion, keinen festen Vertrieb. Das Telegramm 'machen' und verschicken wird jeweils neu und problembezogen von jeweils unmittelbar Betroffenen oder Beteiligten übernommen; entspringt dem Bedürfnis und der Notwendigkeit mit Fragen und Erfahrungen in die Auseinandersetzungen mit anderen Menschen zu treten und auch andere Menschen zu ermutigen ähnlich vorzugehen.
Die Redaktionssitzungen und Herstellungstermine sind öffentlich. Wir lehnen es ab, stellvertretend für andere zu berichten und legen Wert darauf, dass diejenigen berichten, die an den Aktionen beteiligt waren und auch selbst Inhalt und Form (tippen, layouten) gestalten". (S. 34)

Zu bestimmten Themen sollten "Sondertelegramme" herausgegeben werden, die sich u. a. mit "Bilanz und Perspektiven zum Widerstand gegen Atomanlagen, Einschätzung der politischen Situation, wie kann man die Strafprozesse zum Bestandteil unseres Widerstandes machen, wie den Widerstand fortführen, Beteiligung an den Wahlen, Nutzen oder Schaden für den Widerstand gegen Atomanlagen" beschäftigen sollten (Nr. 9, S. 2)

Wir bitten um Ergänzungen.

Liste der als Scans vorhandenen Zeitungen

Auszug aus der Datenbank "Materialien zur Analyse von Opposition" (MAO)

26.07.1977:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 3 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Presseerklärung des Anti-AKW-Dorfes Grohnde, 2.17.1977"
- "Barsebäk
- "Malville"
- "Esensham"
- "Grafenrheinfeld"
- "Heiteren"
- "Fessenheim"
- "Rehlingen bei Augsburg"
- "Kalkar"
- "Plymouth, mass"
- "Diablo canyon"
- "Grohnde, Samstag, 16.7.1977"
- "Grohnde, Donnerstag, 21.7.1977"
- "Bericht aus dem Lager"
- "Brokdorf". Veranstaltung zum Lager in Brokdorf am 22.7.1977 in Wilster"
- "Prozesse. Prozesse in der Marsch"
- "Hannover"
- "Weitere Termine und Meldungen"
- "Stellungnahme des Ermittlungsausschusses"
- "Grohnde (Arbeitstreffen)"
- "Anti-AKW-Telegramm"
- "Pressenotizen"
- "Brokdorf: Der Weiterbau droht"
- "Sperrmüllkalender"

Berichtet wird u. a. über Brokdorf-Prozesse, über einen "Ermittlungsausschuss", den der KB am 21.7.1977 konstituiert hat. Ein nächstes BUU-Plenum soll am 28.7.1977 stattfinden, ein Grohnde-Arbeitstreffen von BI-Initiativen im Anti-Atomdorf am 21.7., ein weiteres Arbeitstreffen am 30.7. Zum möglichen Weiterbau des AKW-Brokdorf ist geplant, "ein Bewachungslager am Bauplatz des AKW-Brokdorf" zu errichten, da vieles darauf hindeute, "dass das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Ende August/Anfang September der HEW/NWK genehmigt wird, das AKW Brokdorf weiterzubauen".
Quelle: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 3, Hamburg, 26. Juli 1977.

17.08.1977:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 5 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
In "In eigener Sache" heißt es zum "Anti-AKW-Telegramm": "Das Anti-AKW-Telegramm scheint vielen AKW-Gegnern eine Hilfe für ihre Arbeit zu sein. Wir haben Bestellungen aus dem ganzen Bundesgebiet bekommen. (…) Wir wollen nicht stellvertretend Bericht erstatten, sondern Berichte derjenigen bringen, die aktiv an den jeweiligen Auseinandersetzungen beteiligt waren, um daraus für eigene Auseinandersetzungen zu lernen: deshalb schickt und kurze Berichte und Einschätzungen, die wir ohne Änderungen abdrucken können, benachrichtigt uns so früh wie möglich über Termine von Veranstaltungen und Aktionen, schickt uns Aufrufe, Erklärungen, damit uns Zeit zu Diskussionen, Nachfragen und Vorbereitung bleibt. Wir werden demnächst Sondernummern des 'Anti-AKW-Telegramms'… herausbringen".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Malville-Bourgoin"
- "Solidaritätsaktion zu Malville"
- "Hamburg-Rotherbaum'"
- "Der kritische Dokumentarfilm"
- "Klagen gegen AKWs"
- "Anklage gegen AKW-Gegner"
- "Hamburg"
- "Kalkar"
- "Fotos und Filme aus Malville"
- "Hameln"
- "Grohnde"
- "Gießen"
- "Veltheim/Weser"
- "Bergedorf"
- "Marschenkonferenz"
- "Barsebäck"
- "Grohnde-Prozesse"
- "In eigener Sache"
- "Notizen zur wiedeaufbereitungsanlage (WAA)"
- "Zum Lager in Brokdorf"
- "Verhalten gegenüber der Polizei"
- "Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe: Verhindern wir die Rückführung der Baumaschinen!"
- "Kontaktadressen der BUU-Gruppen"
- "Presseerklärung zu den Anklagen gegen Atomenergiegegner im Zusammenhang mit der Demonstration in Grohnde am 19. März 1977"
- "Aufruf zur Solidarität mit den verfolgten AKW-Gegnern!"
- "Unterschriftenliste"

Berichtet wird u. a. über den Aufbau des Anti-Atom-Dorfs am 5.8.1977 "direkt am Baugelände des AKW-Brokdorf. (…) Am Dienstag, den 9.8.1977 wurde das Lager mit großem Polizeiaufgebaut geräumt und gegen Mittag zerstört. (…) Unser nächstes Ziel ist es, die Rückführung der Baumaschinen zu verhindern und den Prozess vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg öffentlich vorzubereiten", weiter über Anklagen gegen AKW-Gegner "aus dem Anti-Atom-Dorf": wegen "schweren Landfriedensbruch, Körperverletzung Raub, Nötigung, schwerer Eingriff die in die Verkehrssicherheit", weiter über die geplante Großkundgebung am Bauplatz in Kalkar am 24.9.1977, über eine Solidaritätskundgebung am 13.8. 1977 in Hameln "für das Anti-Atom-Dorf in Grohnde".

Zudem wird eine "Presseerklärung zu den Anklagen gegen Atomenergiegegner im Zusammenhang mit der Demonstration in Grohnde am 19. März 1977" veröffentlicht. Danach seien "am 19. März dieses Jahres während der Demonstration von 20.000 Atomenergiegegnern gegen das im Bau befindliche Atomkraftwerk in Grohnde festgenommen worden. Gegen sechs von uns wird jetzt Anklage wegen Landesfriedensbruch, Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und anderer Strafvorwürfe erhoben. (…) Diese Strafandrohung und die umfangreichen und schnellen Ermittlungen sind bisher einmalig im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen Atomanlagen in Westeuropa. (…) Wir werden uns nicht von der gerechten Demonstration in Grohnde am 19. März 1977 distanzieren und lassen uns auch nicht spalten. Wir fordern die sofortige Einstellung unserer Prozesse und halten weiter an unseren Forderungen fest: Kein Atomkraftwerk in Grohnde und auch nicht anderswo!, Schluss mit den Bürgerkriegsmanövern der Polizei! Keine Wiederaufbereitungsanlage und Atommülldeponie! Weg mit dem Atomprogramm! Sofortige Einstellung aller Straf- und Ermittlungsverfahren gegen AKW-Gegner!"

Aufgerufen wird zur "Solidarität mit den verfolgten AKW-Gegnern!" Dazu wird eine Unterschriftenliste veröffentlicht.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 5, Hamburg, 17. August 1977.

01.09.1977:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 6 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Bericht von AKW-Aktionen"
- "Grohnde (Schwein gehabt)"
- "Kalkar"
- "Brokdorf:Lager"
- "Hamburg: KB spaltet Sani-Gruppe der BUU-Hamburg"
- "Brokdorf: Racheakt"
- "Esenshamm: Aufruf"
- "Kosten für die Industrie"
- "AKW Borken/Kassel"
- "Südkorea, 20.8.1977"
- "Barsebäck/Schweden"
- "AKW Grafenrheinfeld/Schweinfurt"
- "Filmkritik: Im Norden gibt es ein schönes Land, Brokdorf, 1974-1977"
- "Duisburg-Kalkar 27.8.-28.8.1977"
- "Brunsbüttel"
- "Brokdorf: Der Weiterbau droht. Das müssen wir verhindern"
- "Termine: Wilster, Esensham, Barsebäck, Kalkar"
- "Treffen der autonomen Gruppen"
- "Bologna/Italien"
- "Bilbao/Spanien"
- "Zweites bundesweites Treffen der autonomen Gruppen-Vorschlag"
- "Prozesse"
- "Grenoble"
- "Vorläufige Liste der Stadtteilgruppen der BUU-Hamburg, August 1977"

Berichtet wird darüber, dass vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg Ende September "über den Weiterbau des AKW-Brokdorf entschieden werden soll". Es sei zu erwarten, "dass der Weiterbau zugelassen wird und die Baumaschinen schon vorher auf den Bauplatz gebracht werden. Das müssen wir verhindern". Berichtet wird weiter über Grohnde und die Räumung des Anti-AKW-Dorfs am 22.8., über die Landeskonferenz der BI Schleswig-Holstein, die am 3.9.1977 stattfinden soll, über eine internationale Großkundgebung am Bauplatz des Schnellen Brüters in Kalkar am 24.9. Dazu soll zur Vorbereitung auf die Großkundgebung ein Treffen autonomer Gruppen in Kalkar stattfinden. Berichtet wird von der Broschüre: "Zur kleinbürgerlichen Politik des KB. Das Verhalten des KB in der Anti-AKW-Bewegung". Es wird auch eine "Vorläufige Liste der Stadtteilgruppen der BUU-Hamburg" mit dem Stand: August 1977 veröffentlicht.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 6, Hamburg, 1. September 1977.

21.09.1977:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 7 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.

Berichtet wird eingangs über Aktion in Wilster am 13.9.
Weitere Artikel der Ausgabe sind:
- "Berichte: Grundsteinlegung der 'Schelde Chemie' in Büttel/Brunsbüttel am 13.9.1977 durch Ministerpräsident Stoltenberg"
- "Bericht über die Landeskonferenz der BUU vom 3.9. in Wilster"
- "Beteiligung an Hamburger Bürgerschaftswahlen"
- "Stromrechnungsboykott Hamburg"
- "Abschaltungen im AKW Brunsbüttel"
- "Werkstattgespräch VSK (Vereinigung sozialistischer Kulturschaffender)"
- "Fahrradinfofahrt in Hamburg"
- "Anti-AKW Kultur"
- "In eigener Sache"
- "Prozesse"
- "Brokdorf Strafprozesse gegen AKW-Gegner"
- "Prozess gegen H. aus Bremen in Itzehoe am 20.9.1977"
- "Plakat: Was ist kriminell?
- "Bürgerinitiativen der BUU Hamburg"
- "Auf nach Kalkar"
- "Die besondere Gefährlichkeit des Schnellen Brüters"
- "Fahrt nach Kalkar"

Berichtet wird über die "Grundsteinlegung der 'Schelde-Chemie' in Büttel/Brunsbüttel", über die Landeskonferenz der BUU Hamburg am 3.9. in Wilster, über einen Vorschlag der Stadtteilgruppe Rotherbaum, sich an den Bürgerschaftswahlen im April 1978 zu beteiligen "und zwar in der Form einer Wählergemeinschaft 'Atomkraft? Nein, Danke", über die nächsten Aktionen in Brokdorf (Verhinderung der Rückführung der Baumaschinen), weiter über ein "Werkstattgespräch" mit VSK, das am 26.9. stattfinden soll, über die Ausstellung "Kunst im Kampf gegen AKW", über Lieder gegen AKW, Brokdorf-Prozesse, die am 11./12.10. in Schleswig stattfinden sollen. Die BBU Hamburg steuert zur Ausgabe ein Flugblatt zum "Schnellen Brüter" bei und ruft zur Kalkar-Demo auf. Treff:. 23.9. Heiligengeistfeld, 24.9. Demo.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 7, Hamburg, 21. September 1977.

22.10.1977:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 8 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.

Berichtet wird eingangs über Brokdorf und "die Verhandlungen über den weiteren Baustopp vor dem OVG Lüneburg". Dazu fand am 10.10. am AKW in Brokdorf eine Treckerdemo statt. "Am Montag, den 17.10. 1977 gab das OVG-Lüneburg das Urteil über die Beschwerde der NWK, HEW, KWU und KKW Brokdorf GmbH gegen die Beschlüsse des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts bekannt. Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte am 17.12.1976 den vorläufigen Baustopp des AKW-Brokdorf angeordnet und diesen Beschluss am 9..1977 bestätigt".

Weitere Artikel der Ausgabe sind:
- "Berichte von Aktionen, Meldungen von Bürgerinitiativen"
- "Polizeiüberfall in Duisburg am 2.10.1977"
- "Wilster"
- "Bremen: Aktionswoche Esensham"
- "HEW Boykotteure zahlen zum ersten Mal weniger Stromgeld"
- "Fahrraddemo in Hamburg"
- "Fragebogen der Arbeitsgemeinschaft für Sozialforschung"
- "Hamburg, 27.9.1977"
- "Abschaltungen im AKW Brunsbüttel"
- "Hausdurchsuchung bei Hamburger AKW-Gegner"
- "Sicherheitsbericht für das Entsorgungszentrum"
- "Verbotsanträge gegen KPD, KPD/ML, KBW"
- "Umweltschutzpartei gegründet"
- "Chemische Keule"
- "Bremen: Berufsverbotsverfahren gegen Jens Scheer"
- "Kalkar Dokumentation"
- "Kalkar Beschlagnahmung"
- "Verhalten der Polizei"
- "Welchen Stellenwert haben zentrale Demonstrationen im Kampf gegen AKW?"
- "Demo am Bauplatz des AKW Brokdorf"
- "Sozialistischer Umweltkongress in Frankfurt/Main"
- "AKW Projektberichte"
- "Prozesse, Strafverfolgungen, Ermittlungsverfahren"
- "Erneutes Gewerkschaftsausschlussverfahren gegen AKW-Gegner"
- "Gerichtsverfahren gegen AKW Gegner (Brokdorf)"
- "Gegen den Verbotsantrag der CDU!"
- "Betrifft: Katastrophenplan Fessenheim. Haft für Umweltschützer?"

Berichtet wird über einen "Polizeiüberfall in Duisburg am 2.10.1977", über einen BBU Ball am 24.9.1977 in Wilster, über ein Treffen von AKW-Gegnern am 1.10. im Einkaufszentrum Hamburg-Altona, weiter über Aktionen von AKW-Gegnern am AKW Esensham, über Verbotsanträge gegen KPD, KPD/ML und KBW des Präsidiums der CDU regierten Länder am 26.9.1977, über das Berufsverbotshauptverfahren gegen Jens Scheer am 19.10. in Bremen, über einen Sozialistischen Umweltkongress in Frankfurt/M. Ende Oktober/Anfang November, über einen Prozess gegen Bernd L. am 21.10. Die Stadtteilgruppe Eimsbüttel berichtet über den Verbotsantrag der CDU.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 8, Hamburg, 22. Oktober 1977.

17.11.1977:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 9 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.

In "In eigener Sache" wird ausgeführt: "Liebe Freunde, die Auflage des Anti-AKW-Telegramms und die einlaufenden Informationen haben an Umfang beträchtlich zugenommen, deshalb schaffen wir es nicht mehr, das Telegramm über Wachsmatritzen zu vervielfältigen. Das zeigte sich für die Leser deutlich an der Nr. 8. Die Qualität war z. B. so schlecht, dass verschiedenen Artikel nicht zu lesen waren. Unser technischer Arbeitsaufwand (…) stand in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis. Der Ausschuß fehlerhaft gedruckter Seiten war zu groß, und damit stiegen die Unkosten. So haben wir uns entschieden, das Telegramm im Offset-Verfahren herzustellen. (…) Ausführliche inhaltliche Diskussionen zu bestimmten Themen werden wir als Sondertelegramm herausgeben, z. B. 1.Bilanz und Perspektiven zum Widerstand gegen Atomanlagen, Einschätzung der politischen Situation, wie kann man die Strafprozesse zum Bestandteil unseres Widerstandes machen, wie den Widerstand fortführen, Beteiligung an den Wahlen, Nutzen oder Schaden für den Widerstand gegen Atomanlagen. (…) Schickt uns bitte eure Berichte und Benachrichtigt uns so früh wie möglich über Termine von Veranstaltungen und Aktionen, und schickt uns eure Flugblätter, damit uns Zeit zu Diskussionen, Nachfragen und Vorbereitung bleibt".

Weitere Artikel der Ausgabe sind:
- "Berichte: Bürgerinitiativen"
- "Uentrop"
- "Wyhl"
- "Brunsbüttel"
- "Philipsburg"
- "Was tun im Katastrophenfall"
- "Malville"
- "Berlin"
- "Noch zur Kalkar-Demo vom 24.9.1977"
- "Bericht BI-Eimsbüttel"
- "Schikane der Polizei am Infostand (BUU Rahlstedt/Meiendorf, 5.11.)"
- "Kontakte BUU-Hamburg"
- "Prozesse"
- "Brokdorf: Polizeistaatliche Maßnahmen, Strafverfolgungen und finanzielle Forderungen sollen den Widerstand brechen"
- "Betrifft: Räumung des Grohnde-Lagers"
- "Termine"
- "Broschüren, Filme"
- "Strompreisboykott"
- "Gorleben"
- "ESG HH"
- "Kontakte BUU Hamburg"

Berichtet wird über die BI pro Kernenergie", "um anlässlich des SPD-Bundesparteitages für den Ausbau der Kernenergie zu demonstrieren", über Brunsbüttel, wo erste Anträge "auf Erteilung eines Vorbescheides… über Errichtung und Betrieb von Anlagen der Schelde-Chemie und des Bayer-Werkes in Brunsbüttel öffentlich bekanntgemacht wurden". Im Bericht: "Was tun im Katastrophenfall", sehen sich Ärzte außerstande, "im Fall eines kerntechnischen Unfalls, unserer ärztlichen Verpflichtung auf Hilfeleistung nachzukommen".

Berichtet wird weiter über die BI Eimsbüttel-Hoheluft, über Brokdorf-Prozesse. Weiter über ein Koordinierungstreffen autonomer Gruppen, über die LK NRW, die ein bundesweites Treffen vorbereitet, über das Projekt "SAIU", die Termine für Veranstaltungen bekannt geben und über den Salzstock in Gorleben.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 9, Hamburg, 17. November 1977.

09.01.1978:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 10 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Brokdorf"
- "Gorleben"
- "Gorleben soll leben. Veranstaltung"
- "SPD-Bundesparteitags Beschlüsse"
- "Göttingen. Autonomes Treffen"
- "Internationaler Informationsdienst"
- "AKW Krümmel"
- "Hamburg"
- "Grohnde Prozesse"
- "Klage gegen die Räumung des Anti-Atom-Dorfes öffentlich zugestellt"
- "Brokdorf-Prozesse"
- "Kalkar-Prozess in Augsburg"
- "Prozesstermin wegen Bernd L."
- "Medienpädagogik Zentrum Hamburg e. V."
- "AKW-Filme…"
- "Internationale Großkundgebung am 4,3, in der Markthalle Hamburg"
- "Ausstellung gegen AKW"
- "Was ist kriminell?"

Berichtet wird über Brokdorf, über eine Veranstaltung mit Robert Jungk in Wilster am 29.11., über Baumaschinen auf dem AKW-Bauplatz Brokdorf, über ein Open-Air Fest auf dem Gorleben-Bauplatz am 22.11.1977, über eine Veranstaltung zu Gorleben im Audimax, über die Beschlüsse des Bundesparteitags des SPD in Hamburg, über einen "Internationalen Informationsdienst" ("World Information Service of Energy", der am 25./26.2.1978 in Amsterdam gegründet werden soll, über die AKWs Krümmel und Brunsbüttel, über zwei Explosionen im Kernkraftwerk Waterford (Egland), über ein Strompreisboykott-Treffen am 26.11.1977 in Gießen.

Berichtet wird noch über das Zentrum für Medienpädagogik in Hamburg und über eine "Internationale Großkundgebung am 4.3.1978 in Almelo (NL). Die Ausstellung: "Kunst gegen AKW", soll vom 19.-2-19.3.1978 in der Markthalle (Hamburg) stattfinden.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 10, Hamburg, 9. Januar 1978.

19.03.1978:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 11 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Berichte"
- "Aufruf an alle KKW-Gegner. Helft mit! Unterstützt den Genossen Bernd W."
- "Persönliche Erklärung des Genossen Bernd W."
- "Aktionswoche der Bürgeinitiative Umweltschutz Rendsburg"
- "Der Wind und die Unterelbe"
- "Das Ensemble des Katastrophentheaters war auf Tour"
- "4 Drucker verhaftet"
- "Esenshamm-Prozess"
- "Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe… Koordinierungstreffen autonomer und gleichberechtigter Gruppen"
- "Zum Plakettverbot an Hamburger Schulen"
- "An alle Stadtteilgruppen der BUU Hamburg"
- "La Hague"
- "Aufruf zur Almelo Demonstration am 4.3.1978"
- "Zusammenstellung von Zeitungsmeldungen aus der Frankfurter Rundschau"
- "Termine"
- "Prozesse"
- "Ermittlungsverfahren Brokdorf Lager"
- "Geheimes Sicherungspapier für Grohnde-Prozesse"
- "Prozesse gegen AKW-Gegner"
- "BUU Wilster"
- "Strafbefehl für AKW-Gegner: 6.300 DM!"
- "7.000 auf der Demo in Hannover"
- "Bücher"

Berichtet wird über eine Strafanzeige gegen einen AKW-Gegner, über einen Esensham-Prozess am 27.1.1978, über eine "Solidaritätsadresse" der BUU Hamburg und autonomer und gleichberechtigter Gruppen für den Streik von Hamburger Hafenarbeitern, über Anti-AKW-Plaketten, die an einer Hamburger Gewerbeschule verboten wurden, über eine der drei bisher erschienenen Nummern eines "Brüter Blatts". Weiter über La Hague, über eine Anti-AKW-Demo am 12.3.1978 in Bilbao.

Berichtet wird über die Almelo-Demo am 4.3.1978. Berichtet wird noch über ein Treffen am 10.3. von AKW-Gegnern aus dem norddeutschen Raum in der Wilster Marsch, über eine Kunstausstellung gegen AKW in der Hamburger Markthalle, die ab dem 1.3. zu sehen ist, über eine Demo am 25.2. in Hannover "für die Einstellung aller Straf- und Ermittlungsverfahren gegen AKW-Gegner und für die Aufhebung des Urteils gegen L."
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 11, Hamburg, 19. März 1978.

11.05.1978:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 12 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Berichte"
- "Anti-AKW-Demo gegen das Atomkraftwerk Lemoniz an der Atlantikküste nördlich von Bilbao"
- "Anti-Nuklear blaue Nacht im Baskenland"
- "Anschlag auf Kernkraftwerk in Nordspanien. Zwei Tote"
- "AKW-Gegner blockierten Brennstab Transport!"
- "Pfingsttreffen in Gorleben"
- "Gorleben: der praktische Widerstand muss sofort beginnen"
- "Dokument des Tages: Linksextremisten rüsten sich zur Schlacht in Gorleben (Die Welt)"
- "Plakataktion Gorleben"
- "Massenhungerstreik gegen A-Werke"
- "Radioaktive Verseuchung bei Siemens"
- "Mai-Feier in Brokdorf"
- "Reaktortagung den 'Deutschen Atomforums', Hannover"
- "Holland will Minister-Konferenz über Almelo-Ausbau"
- "Lüneburger Gewerkschafter gegen AKWs"
- "Meldungen aus der Wilsterschen Zeitung"
- "Aktion: Ärzte für das Leben"
- "Arbeitskreis für politische Ökologie in der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe"
- "Einige Fakten zur Sonnenenergie"
- "Ein Königreich- pardon: Ein Bürgerschaftssitz für eine 'Hure', oder: Wahl der Bunten Liste/Wehrt Euch?", Nein, Danke!"
- "CDU als AKW-Gegner?"
- "Prozesse"
- "Ermittlungsausschuss der Hannoverschen Bürgerinitiative gegen Atomanlagen. Pressemitteilung"
- "Berufsverbotedrohung für Hamburger AKW-Gegnerin"
- "Wie auf Grohnde-Prozesse reagieren? Großdemo?"
- "Termine. Diverses"
- "Universität Bremen: Informationen zur Energie und Umwelt"
- "Neue Hamburger Stadtteilgruppenliste"
- "Grohnde-Prozesse: Urteile um 1 Jahr ohne Bewährung"
- "Bericht von Esensam-Prozess"
- "Die parlamentarische Opposition. Grüne Listen, Wehrt Euch Listen: Ausdruck von Hilflosigkeit, Resignation und Illusionen über die Möglichkeit der parlamentarischen Opposition"
- "Aufruf zum bundesweiten Aktionstag am 30. Juni"

Berichtet wird über die Anti-AKW-Demo vom 12.3.1978 in Lemoniz, über eine Anti-Nukleare-Blaue-Nacht im Baskenland am 12.3., über einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk in Nordspanien, wobei es 2 Tote gegeben hat, über AKW-Gegner, die einen "Brennstab-Transport blockierten", über erste Gorleben-Bohrungen im Landkreis Lüchow-Danneberg, über "radioaktive Verseuchung bei Siemens". Unklar bleibt um welchen Siemens-Betrieb es sich hier handelt. Weiter über eine Mai-Feier der BI/Brokdorf, über einen Esenham/Prozess. Am 6./7.5. fand ein Internationales Treffen über Anti-AKW-Bewegungen statt, Berichtet wird weiter über den Aufruf der Aktion: "Ärzte für das Leben", die ihre Kollegen bitten, das Plakat: "Gesundheit oder Atomkraft?" in den Praxen aufzuhängen, über den Prozess gegen Jens Scheer in Hameln (15.3.), über den Ermittlungsausschuss der Hannoverschen BI gegen Atomanlagen. Dazu erscheint eine "Pressemitteilung". Vom 29.6.-3.7. soll ein Treffen von europäischen AKW-Gegnern in Kiel stattfinden. Am 28.5. soll in Gronau ein Aktionstag gegen die in Gronau geplante Urananreicherungsanlage stattfinden.

Veröffentlicht wird der Aufkleber: "Rathaus? Nein Danke. Bescheißen tun sie un alle. Helfen wir uns selbst". Dazu wird im Artikel: "Die parlamentarische Opposition. Grüne Listen, Wehrt Euch Listen: Ausdruck von Hilflosigkeit, Resignation und Illusionen über die Möglichkeit der parlamentarischen Opposition" u. a. erklärt: "Zusammenfassend können wir sagen: Es geht uns nicht darum, verbal gegen den Parlamentarismus aufzutreten, sondern einzig und allein darum, wie wir den Bau von Atomanlagen verhindern können. Da haben wir gesehen, dass das nicht durch einen Propaganda-Krieg, sondern nur durch praktischen Widerstand möglich ist, der eben mehr bedeutet als nur Aktionen zu machen: er setzt an die Stelle von Propaganda und Wahlmaschinen Formen der Organisation, die es jedem ermöglichen, sich seinen Fähigkeiten entsprechend zu beteiligen:

- autonome Strukturen, eigenständiges selbstverantwortliches Handeln; jeder kann sich so, wie er das am besten kann in die Arbeit einbringen
- wir bestimmen unsere Aktionen danach, was wir für politisch notwendig halten und nicht danach, was im herrschenden Sinne legal ist. Erst das hat die spontane Teilnahme von so vielen Menschen an den Demonstrationen, Platzbesetzungen etc. ermöglicht.

Durch Arbeitsstrukturen, die dadurch gekennzeichnet sind,
- dass Interessen 'vertreten' werden
- dass der einzelne Mensch nur als 'Stimme' von Bedeutung ist
- dass Entscheidungen nicht auf Grundlage einer bestimmten Notwendigkeit gefällt werden, sondern nach machtpolitischen Gesichtspunkten
- dass Minoritäten nicht die Möglichkeit gelassen wird, einfach auszuprobieren, was sie für richtig halten, um dann vielleicht auf Grund ihrer gemachten Erfahrungen zu einer Korrektur ihrer Vorstellungen zu kommen, weil es nämlich nur so möglich ist, einen Kampf weiterzuentwickeln, der von jedem Einzelnen persönliche, praktische Initiative erfordert hätten wir das, nie erreichen können. Dass solche Aktionen jetzt sehr viel schwieriger oder ganz unmöglich geworden sind, bedeutet für uns, dass wir andere Wege gehen müssen, aber nicht, die Angst vieler Menschen auszunutzen, sie auf den Weg zurück zu den Parlamenten, den Gerichten und des privaten Protestes in den Wahlkabinen zurückzuholen.

Zum Schluss noch einiges über die unterschiedlichen Wahlinitiativen. Wenn eine Bürgerinitiative ehrlich glaubt, über Wahlen tatsächlich auf den Bau einzelner AKW's Einfluss ausüben zu können, mit Abgeordneten realen Druck ausüben zu können, dann soll sie sich zur Wahl stellen und ihre Erfahrungen mit dem parlamentarischen System selbst machen, ähnlich wie viele andere in den bisher gelaufenen Anhörungsverfahren und Erörterungsterminen. Wir können über Gespräche und Argumente nicht alle Erfahrungen vorwegnehmen. Auch das gehört zu unserem Verständnis von Autonomie.

Eine ganz andere Sache ist die Wahlbeteiligung solcher BI's und Gruppen, die von vornherein klar sagen, 'dass über die Parlamente nichts erreicht werden kann' und die Wahlbeteiligung nur als pädagogisches und taktisches Mittel einsetzen, um auch andere von der Wirkungslosigkeit zu überzeugen und den Parlamentarismus zu entlarven, oder im Namen anderer die eigene Politik durchzusetzen. Dieser Betrug wird unseren Ideen und unserem Vorgehen, zumindest kurzfristig, großen Schaden zufügen und vielen Menschen das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit unserer Absichten nehmen. HAMBURGER AKW-GEGNER IN DER BUU".

Aufgerufen wird noch zu einem bundesweiten Aktionstag am 30.6. in den Waldgebieten von Gorleben.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 12, Hamburg, 11. Mai 1978.

10.02.1979:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 17 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Zentrale Großdemonstration in Gorleben"
- "Zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Argumenten zum Widerstand"
- "Vorschlag des Göttinger Arbeitskreises zum Bohrbeginn in Gorleben"
- "Auszüge aus den Unterlagen für ein Raumordnungsverfahren … Entsorgungszentrum Gorleben"
- "Volksentscheid. 2 Stellungnahmen"
- "Vorschlag für eine Katastrophenplan-Kampagne"
- "Einladung zum 5. Treffen von Naturwissenschaftlern gegen Atomenergie, Hamburg, 24./25.2.1979"
- "Auszug aus einer Presseerklärung Hannoverscher Bürgerinitiativen"
- "Aus der Informationsschrift der Bürgerinitiative Rendsburg zum letzten Großeinsatz der Polizei"
- "Zum Widerstand gegen den Bau der Atommüllfabrik und Atommülldeponie in Gorleben"

Der "Arbeitskreis für politische Ökologie" gibt Veranstaltungshinweise bekannt, u. a. 17.2.: Atommülltransport-Aktion der BI Eppendorf, 31.3.: Demonstration gegen das AKW-Brunsbüttel. Berichtet wird über die kommende zentrale Gorleben-Demo, über Auseinandersetzungen mit Argumenten des Widerstands, wozu es u. a. heißt, dass es "nicht akzeptiert werden kann, dass die BI Lüchow-Dannenberg, die Freundeskreise, die gewaltfreie Aktion, die Emigrantengruppe, oder eine andere Gruppe innerhalb der Anti-AKW-Bewegung Vorrechte, im Landkreis Widerstand zu leisten, für sich in Anspruch nimmt". Berichtet wird weiter über den Vorschlag der BI Rotherbaum, die einen "Vorschlag für eine Katastrophenplan-Kampagne" gemacht hat. Danach soll sie helfen, "die Gefahren der Atomkraft konkreter einsehbar" zu machen. Eingeladen wird zum 5. Treffen der Naturwissenschaftler gegen Atomkraft. Das Treffen soll in Hamburg am 24./25.2. stattfinden.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 17, Hamburg, 10. Februar 1978.

21.03.1980:
Heute endet eine "Pressedokumentation zum geplanten AKW-Brokdorf 9.2.79 - 21.3.80", die von der Vorbereitungsgruppe zur Bundeskonferenz (vgl. 19.4.1980) des Plenum der autonomen Gruppen der BUU Hamburg erstellt wurde und als Sondernummer des 'Anti-AKW-Telegramm' des Hamburger Arbeitskreis Politische Ökologie erscheint.

Behandelt werden die Punkte:
- "Hauptverfahren gegen die 1. Teilerrichtungsgenehmigung";
- "Demonstration am 23.12.79";
- "Konferenz hauptsächlich norddeutscher BI's in Brunsbüttel vom 23.2.80";
- "Diskussion um den Baubeginn";
- "schriftliche Urteilsbegründung"; sowie
- "Kriminalisierungsversuche zukünftiger Aktionen".

Dokumentiert wird auch der "Diskussionsvorschlag des Plenums der autonomen Gruppen der BUU Hamburg vom 31.1.1980". Eingeladen wird zum Vorbereitungstreffen für die Bundeskonferenz am 26.3.1980 in Itzehoe.
Q: Anti-AKW-Telegramm, Sondernummer Pressedokumentation zum geplanten AKW-Brokdorf 9.2.79 - 21.3.80, Hamburg o. J. (1980)

August 1980:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 22 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.

In "In eigener Sache heißt es zum Anti-AKW-Telegramm":"Das Anti-AKW-Telegramm ist eine Zeitung des 'Arbeitskreis für politische Ökologie'. Der Arbeitskreis arbeitet in der Bürgerinitiative Umweltschutz Unterelbe (BUU) Hamburg und dort in dem Plenum der BIn, das sich als Koordinierungstreffen autonomer Gruppen versteht. Das Telegramm ist so ein Ausdruck unserer praktischen politischen Arbeit. Die behandelten Schwerpunkte ergeben sich aus den Auseinandersetzungen, an denen wir beteiligt sind. Dieser Anspruch drückt sich auch in der Herstellung des Telegramms aus. Es gibt keine feste Redaktion, Keinen festen Vertrieb. Das Telegramm 'machen' und verschicken wird jeweils neu und problembezogen von jeweils unmittelbar Betroffenen oder Beteiligten übernommen; entspringt dem Bedürfnis und der Notwendigkeit mit Fragen und Erfahrungen in die Auseinandersetzungen mit anderen Menschen zu treten und auch andere Menschen zu ermutigen ähnlich vorzugehen'. Die Redaktionssitzungen und Herstellungstermine sind öffentlich. Wir lehnen es ab, stellvertretend für andere zu Berichten und legen Wert darauf, dass diejenigen berichten, die an den Aktionen beteiligt waren und auch selbst Inhalt und Form (tippen, layouten) gestalten".

Artikel der Ausgabe sind:
- "Gorleben 1004: Erfolg?"
- "Widersprüche und Fragen zur Besetzung und Räumung von 1004"
- "Zur Ideologie de Gewaltfreiheit und zur Räumung von 1004"
- "Sprecherrat und Konsens"
- "Räumung des Dorfes: das gleiche Geschehen, unterschiedliche Erfahrungen! Drei Stellungnahmen"
- "Gedelitz: Überregionales Treffen"
- "Gedanken zum Widerstand, besonders gegen das AKW-Grohnde"
- "Sabotage Öffentlich. Eine Aktion gegen das AKW-Grohnde. Presseerklärung"
- "Unterelbetreffen: BI-Arbeit gegen die AKW Stade, Krümmel, Brunsbüttel, Brokdorf"
- "Rettet die Elbe"
- "Eine BI stellt sich vor: Brunsbüttel"
- "Aus der Region"
- "01.08.80: maNÖver-Info Nr. 01"
- "Fight Back"
- "maNÖver-Info Nr. 02: Aufruf zum Arbeitstreffen in Hannover vom 22./24.8.80"
- "Brigitte Asdonk ist seit dem 1.8.80 in der JVA Bielefeld-Brackwede im Hungerstreik, um in den Normalvollzuzg verlegt zu werden"
- "In eigener Sache: Anti-AKW-Telegramm"
- "Kurzmeldungen"

Berichtet wird über die Besetzung und Räumung des Bohrlochs 1004 in Gorleben. Dazu werden drei unterschiedliche Stellungnahmen veröffentlicht. In Gedelitz fand am 19./20.7.1980 ein überregionales Treffen von Anti-AKW-Gruppen statt, über Aktionen gegen Verkabelungsarbeiten am 24.7. am AKW Grohnde, über die Bundeskonferenz in Brunsbüttel vom 19./20.4.1980. Ein nächstes Treffen soll am 6.09. stattfinden, über die BUU-Itzehoe und Bewegung Weisse Rose, über die Wiederinbetriebnahmegenehmigung für das AKW Brunsbüttel (24.7.). Berichtet wird weiter über Straßenbaumaßnahmen in der Wilster Marsch im Rahmen der Erschließung der Unterlebe. Berichtet wird noch über das "maNÖver-Info" Nr. 1, das am 1.8.80 erstmals erschien. Eine Ausgabe 2 soll am 17.8. erscheinen. Ein "Arbeitstreffen" gegen das Herbstmanöver der NATO soll vom 22.-24.8.80 in Hannover stattfinden. Berichtet wird noch über Brigitte Asdonk. In Brunsbüttel soll am 30.8. ein regionales Treffen stattfinden (vermutlich Anti-AKW-Gegner).

Geworben wird für die "Autonomie. Materialien gegen die Fabrikgesellschaft".
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 22, Hamburg, August 1980.

Januar 1981:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 23 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "Wir werden den Weiterbau des AKW Brokdorf nicht tatenlos hinnehmen"
- "Brokdorf: Entwicklung zur Demonstration am 21.12.1980 am Bauplatz"
- "Baubeginn in Brokdorf"
- "Chronologie"
- "Bildberichte"
- "Anschlag auf die Gesellschaft für Reaktor-Un-sicherheit in Köln"
- "Aktionen im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen das AKW Brokdorf"
- "Bericht aus Kiel"
- "BI Heide"
- "Neumünster"
- "Ein Bericht der BUU Itzehoe und Bewegung Weisse Rose"
- "Pressekonferenz am Mo., den 22.12. in Wilster"
- "Erklärung des bundesweiten Arbeitstreffens am 4.1.1981"
- "Pressedokumentation"
- "Polizei versucht zu verhindern, dass ihre Einsätze durch Pressephotografen dokumentiert werden"
- "Umgebungskarte vom Bauplatz in Brokdorf"

Berichtet wird vom Weiterbau des AKW Brokdorf, von der Entwicklung zur Demo am 1.12.80 am Bauplatz (Chronologie). Dazu gibt es Bildberichte. Berichtet wird noch über einen "Anschlag auf die Gesellschaft für Reaktor-Un-Sicherheit in Köln" am 4.12.80. Die "Gruppe saubere Luft" verübte in der Nacht am 21.12. einen Anschlag auf HEW-Service Anhänger in Brokdorf. Berichtet wird noch von der BUU-Itzehoe und der Bewegung Weisse Rose und vom Ablauf der Brokdorf-Demo vom 21.12.80, von einer PK in Wilster am 22.12. Am 4.1.1981 fand ein bundesweites Arbeitstreffen von AKW-Gegnern statt. Dazu wird eine "Erklärung" vom 4.1. aus Kollmar veröffentlicht. Danach "darf das AKW Brokdorf nicht weitergebaut werden": "Unmittelbar nach Baubeginn wird eine internationale Demonstration und Kundgebung stattfinden… Unmittelbar nach Baubeginn wird ein nationales Vorbereitungstreffen einberufen um die Großdemonstration auf nationaler Ebene zu
koordinieren".
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 23, Hamburg, Januar 1981.

September 1981:
Der "Arbeitskreis Politische Ökologie" (Hamburg) gibt die Nr. 24 des "Anti-AKW-Telegramms" heraus.
Artikel der Ausgabe sind:
- "BROKDORF"
- "Die Menschen für unseren Kampf gewinnen bedeutet, in ihnen die Sehnsucht nach Leben wecken"
- "Brokdorfeinsatz mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt"
- "Das Schild am Bauplatz in Brokdorf: Zur Auseinandersetzung mit den AKW-Gegnern vorort"
- "Aktionen gegen den Weiterbau in Brokdorf und gegen das Atomprogramm"
- "Brief: An die Bevölkerung, Bauarbeiter und an andere Beschäftigte der Atomindustrie"
- "Bauplatzwache"
- "Kompaktlager Brokdorf-Neuer Erörterungstermin"
- "BRUNSBÜTTEL
- "Industrieraum Brunsbüttel: Katastrophe auf Raten. Eine Krebszelle wuchert ohne Ende"
- "KRÜMEL"
- "Demonstration gegen das AKW Krümmel"
- "ESENSHAM-BREMEN"
- "AKW Esensham-Strommasten gesprengt"
- "Umweltsaktionstag in der Wesermarsch
- "Gesund rein, strahlend raus…"
- "Spitzel enttarnt"
- "GORLEBEN"
- "Aktionstage vom 1.-4. Oktober"
- "Prozess gegen AKW-Gegner wegen Blockade"
- "FRANKREICH"
- "Wie es Mitterand schaffte, den Bau des AKW Plogoff zu verhindern"
- "NWK-Hauptversammlung"
- "Bundesweiter Aktionstag am 25.9."
- "PROZESSE"
- "Einige Überlegungen zu den anstehenden Brokdorf -Prozessen"
- "Prozesstreffen"
- "Leistungsbescheide"
- "Stand der Verfahren und Anklagen"
- "Chronologie und Hintergründe der Verfahren gegen Frank, Axel, Manfred, Andreas (Glückstadt) und Michael und Markus (Brokdorfdemo 28.2.)"
- "Erlebnis- und Erfahrungsbericht von Markus"
- "Brief von Gisela Mohr (Markus Mutter)"
- "Wir wollen leben"
- "Wenn es dem Staat gelänge, mit nicht-militärischen Mitteln die Köpfe der Menschen vollkommen zu beherrschen, dann bräuchte er keine Polizei"
- "Sanitätsausschuss"
- "Ein Notstandsgesetz für das Gesundheitswesen"
- "Termine, Broschüren"
- "Sanis werden gezielt kriminalisiert"
- "FRIEDENSBEWEGUNG"
- "Werdet ihr bereit sein zu lernen?"
- "Anschlag auf Nato-Baustelle"
- "Bundeswehr und Schule "
- "Die Pläne der Atomindustrie"
- "Stunden in Köln Ossendorf"
- "Eine BI stellt sich vor: BI Heide"
- "Ökoladen"
- "Bücherliste Stand September 1981"

Berichtet wird über die Brokdorf-Demo von ca. "100.000 Menschen in Brokdorf" am 28.2.1981", über einige Aktionen gegen den Weiterbau in Brokdorf und gegen das Atomprogramm. Kontakte können hergestellt werden über: "Arbeitskreis gegen Kernenergie Elmshorn", "BI Umweltschutz Neumünster", "BUU und Bewegung und Weisse Rose Itzehoe", "BUU Hamburg". Dazu werden Stellungnahmen der BI Lüneburg, BI Heide, BI Hamburg (St. Georg) und der "Ökozelle der FAU Hamburg" veröffentlicht. Weiter wird berichtet über Brunsbüttel, über eine Demo gegen das AKW Krümmel am 27.6.1981 in Geesthacht. Es folgt dazu ein "Bericht des Koordinationsausschusses zur Demo am 27.6." Am Ostermontag fand in der Wesermarsch in und um Rodenkirchen ein Umweltaktionstag statt. Ein Aktionstag zu Gorleben wurde auf den 1.10. verschoben. Berichtet wird weiter von Prozessen gegen AKW-Gegner. Ein bundesweiter Aktionstag in Schweinfurt gegen die Inbetriebnahme des AKW Grafenrheinfeld soll am 26.9. stattfinden. Weitere Aktionen sollen vom 19.9.-Mitte November stattfinden. Berichtet wird noch von Hiroshima 1958 und den "Protest von Millionen". Zu den "Plänen der Atomindustrie" wird ein längerer Artikel veröffentlicht. Und es stellt sich die BI Heide vor.

Geworben wird für das "Protokoll einer ärztlichen Fortbildungsveranstaltung: Gesundheit und Radioaktivität", für die Broschüre: "Brokdorf 28.2.1981. Berichte, Bilanz, Perspektiven" und für eine Bücherliste zur Anti-AKW-Bewegung.
Q: Arbeitskreis Politische Ökologie (Hamburg): Anti-AKW-Telegramm, Nr. 24, Hamburg, September 1981.

Letzte Änderung: 26.07.2019